Fahrt nach Kara

 

Nach 3 Tagen in Lome war es an der Zeit in Richtung Kara aufzubrechen. Wir gingen noch einmal hinunter zum Atlantik und an den Stand von Abraham und seinen Freunden.
Wichtig in unserem Fall war es jedoch drei Fahrkarten für den Überlandbus der LK-Linie (Lome-Kara) vorab zu kaufen, denn in Togo ist es üblich, bei Nichterscheinen innerhalb von 1 Stunde vor Abfahrt freie Plätze nochmals anzubieten.
Außerdem stand noch ein Besuch bei einer liebenswerten Familie im Norden von Lome an, die unsere Tochter schon mehrmals beherbergte und nicht weit von der Busabfahrtsstelle entfernt  wohnte.
Frühmorgens um 6.00 Uhr hatten wir ein großes Taxi zum Hotel bestellt, denn mit 6 Koffern wollten wir kein Risiko eingehen am Platzmangel beim Transport zu scheitern.

Schon früh am Morgen pulsierte das Leben im unmittelbaren Abfahrtsbereich des Überlandbusses der Marke MAN. In dicke Jacken gehüllt gaben die Fahrgäste ihre Koffer auf. Unsere Tochter hatte uns schon darauf hingewiesen, dass die Busklimaanlage sehr kühl eingestellt ist, da sie schon mehrmals die Strecke gefahren war. Doch so dick angezogen, wie mancher Richtung Einstieg zustrebte, dachte ich es handele sich um einen Frosta-Kühler der uns zu transportieren hatte.

Nach einer Viertelstunde hatten wir Lome verlassen, wobei uns die ersten Kilometer die ehemalige Eisenbahnlinie Lome-Kpalime begleitete.

Wenn ich mir die Straße betrachtete und sie mit einem Video der N1 in der Botschaft Togos in Berlin visuell verglich, dann hatte man uns wahrscheinlich den falschen Film gezeigt. Zweispurig und teilweise mit achsbruchgefährdeten tiefen Löchern ging es Richtung Norden.
Die nächsten größeren Orte waren Attakpame mit ihrem Flair der umgebenden Berge und Sokode. Doch so weit sollte unsere Reise nicht planmäßig verlaufen, denn laut Rufe auf Ewe: „Rauch, Rauch..“ brachten den Bus zum Stehen und das auf einem geschotterten Teilstück der Nationalstrecke N1.

 

 


 

 

 

Der für solche Fälle mitreisende KFZ-Monteur kroch unter die Hinterachse des Busses und es dauerte eine ¾ Stunde ehe es weiterging. Wahrscheinlich war die Bremse festgegangen.

Landschaftlich wich das Grün der Küstenregion einem hellgrün-gelblichen Farbton, ehe sich die Vegetation später eine grünlich-gelbbräunliche Patina zulegte.

Wir erreichten den Bereich des Berglandes und damit den gefährlichsten Punkt der Überlandfahrt.
Die N1 als Transitstrecke zwischen dem Tiefseehafen in Lome und dem Land Burkina-Faso wird von unzähligen, völlig überladenen LKW-Trucks mit zudem schlechten Bremsen befahren.

Diese fahren in Schrittgeschwindigkeiten die Serpentinen vor Kara hinab und ziehen Qualmschwaden hinter sich her, die auf den Verschleiß der Bremsen hindeuten. Autowracks am Rande der Straße und in den Böschungen sind das Ergebnis dieser Transportunternehmungen, wir jedoch erreichten gefüllt mit vielen Eindrücken Kara, die Hauptstadt des Nordens.